
Presseclub 23-9-26 (c) OGR
Knapp anderthalb Stunden lang diskutierten Roman Deininger (SZ), Sigmund Gottlieb (Ex BR-Chefredakteur) Fred Langhammer (Unternehmer und Freund von Friedrich Merz) und Dr. Elisabeth Redler („OMAS GEGEN RECHTS“) mit dem Journalisten und Moderator Manfred Otzelberger im Münchner Presseclub.
Gleich zu Beginn stellte Roman Deininger fest: „Die Mitte hat im Kampf gegen die Extreme, vor allem gegen die extreme Rechte ein Stück weit versagt.“ Sigmund Gottlieb stimmte zu und berichtete, wie sehr er unter diesen Wahlergebnissen leide. Aber er warnte auch davor, Deutschland ausschließlich als Krisenland zu beschreiben. „Die politische Mitte sei zwar massiv geschrumpft, aber wir verfügen über eine starke Zivilgesellschaft.“
Dazu gehören zweifellos die „OMAS GEGEN RECHTS“. Elisabeth Redler berichtete, wie aus den ursprünglich 15 Münchner Omas eine Initiative von ca. 300 Frauen geworden ist. Bundesweit schätzt sie die Zahl auf etwa 40.000 „OMAS GEGEN RECHTS“. Ihr Ziel: „Die Verteidigung der Demokratie mit dem Grundgesetz als Richtschnur.“ Ein Schwerpunkt der Omas sei die Arbeit mit Jugendlichen: „Die haben keine Zukunftserzählung, die irgendwie ermutigend ist.“ Sie hörten nur noch von Klimakrise, Wirtschaftskrise, Kriegen und obendrauf einer zerstrittenen Regierung. Deshalb gehen die Omas in Schulen und Jugendclubs. Sie wollen bei den jungen Menschen Interesse für Politik wecken und ihnen vermitteln, dass sich der Einsatz für unsere Demokratie lohnt.
Auch die Rolle der Medien kam zur Sprache. Deininger gab zu bedenken, dass Medien ja generell zur Dramatisierung neigten. Richtig sei aber auch, dass Journalisten dort hinschauen müssten, wo es knirscht, gleichzeitig müssten sie sich aber auch um Nüchternheit bemühen.
Und letztlich sei jeder in der Verantwortung. Auch Bürgerinnen und Bürger müssten Verantwortung dafür übernehmen, wem sie ihre Stimme geben und welche politischen Konsequenzen damit verbunden seien. Ebenso klar die Botschaft von Elisabeth Redler: „Es ist immer noch nicht die Mehrheit, die Rechts wählt und wir OMAS kämpfen weiter für unsere Demokratie.“
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