„Alt sein heißt nicht stumm sein“ – politisches Engagement im Ruhestand

Ausgerichtet von Senioren Volkshochschule München
N170006 – Online

Freitag, 3. Dez. 2021, 18:00 bis 21 Uhr; 10 / 5€

In Zeiten von demografischem Wandel und sozialstaatlichem Umbau werden Ältere aufgefordert, auch im Ruhestand mehr gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Politik und Wissenschaft interessieren sich mehrheitlich für die sozialen und karitativen Aktivitäten älterer Menschen, während ihr politisches Engagement kaum Berücksichtigung findet. Die Veranstaltung möchte als Beispiel von herausragendem politischem Engagement die Aktions-Initiative „Omas gegen Rechts“ vorstellen und mit dem Autor Dr. Sven Schwabe sowie der Seniorenbeirätin Dr. Ingrid Seyfarth-Metzger besondere Formen der gesellschaftlichen Mitverantwortung von Älteren diskutieren.

Keine Steuergelder für die AFD-Stiftung

Zusammen mit anderen Organisationen appellieren die Omas gegen Rechts Deutschland-Bündnis an die Ampel-Parteien, der AfD-nahen Erasmus-Stiftung keine Steuergelder zukommen zu lassen.

Stellvertretend erklärt Marion Förster: „Die Stiftung der AfD will unsere Demokratie von innen zerstören: Ausbildung faschistischer Kader, Verbreitung von Desinformation und Hetze, das Verschieben des gesellschaftlichen Konsenses nach rechts.“ Bereits 2020 hatten die Omas gegen Rechts Abgeordnete des Bundestages aufgefordert, sich gegen die Auszahlung von Steuermitteln an die Erasmus-Stiftung einzusetzen. Sie setzen nun ihre Hoffnungen in die Parteien einer womöglich bald zustande kommenden Ampel-Koalition. „Wir hoffen weiter, dass die künftige Ampel-Koalition ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnimmt und verhindert, dass Steuergelder an den äußeren rechten Rand verschwendet werden.“

Am 15.11. erschien in der Süddeutschen Zeitung die Anzeige „Keine Steuergelder für die AfD-Stiftung!“, unterzeichnet auch von Omas gegen Rechts Deutschland-Bündnis. (Abbildung).

Lesenswert: Ein Hintergrund-Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 16.11.21

Von der Idee zur Tat – Bilanz der Aktion „Tausende stimmen gegen Rechts“ Juni-September 2021

An einem sonnigen Freitagnachmittag verabschieden sich die Omas gegen Rechts München von der Sendlinger Straße. Fünfzehn erlebnisreiche Wochen lang haben sie sich gegen rechte Politik gestellt und dabei für Toleranz und Respekt in der Gesellschaft und für das Bewahren der Demokratie geworben.

Die Idee eines eigenen Beitrags zur Bundestagswahl entsteht im Februar 2021: In einer Kampagne soll die schweigende Mehrheit zu Äußerungen gegen Rechts bewegt werden. Die eigene Begeisterung wird in einem Kampagnen-Workshop gestärkt. Doch Social Media-Experten erklären den Omas, dass es für eine Kampagne zu spät sei, dass sie weder ein klares Konzept noch eine Reichweite hätten. Schock, Ernüchterung, Zweifel. Trotzdem wollen die Omas versuchen, ihre Aktion „100 Tage bis zur Wahl“ durchzuführen: Ein kleines Team, unterstützt von Professionellen für Grafik und ein Pitch-Video, ruft zu wöchentlicher Präsenz in der Innenstadt auf.

Die intensive Arbeit bis zum Auftakt zahlt sich aus: Süddeutsche Zeitung, Haidhauser Nachrichten, Radio Lora, der Bayerische Rundfunk und MünchenTV berichten über die Aktion „Tausende stimmen gegen Rechts“. Lichterkette e.V. gewährt einen finanziellen Zuschuss.

Bei Kundgebungen an der Münchner Freiheit, in der Sendlinger Straße und auf dem Nordhaideplatz erfahren die Omas, neben wenigen unangenehmen Begegnungen, großen Zuspruch. Mehr als 400 Karten werden von Passant*innen beschriftet und bemalt; rund 100 Personen lassen sich fotografieren oder schicken bebilderte Botschaften ein. Nicht zuletzt werden neue aktive Omas gewonnen.

Tausende zählbare Stimmen sind es am Ende der Aktion zwar nicht, doch Hunderte haben ihr Vertrauen in die Demokratie, ihren Wunsch nach einer gerechteren Gesellschaft und ihre Hoffnung auf eine friedliche Welt mit den Omas geteilt. Zahllose freundliche Gesten bleiben in Erinnerung. Es gibt Grund genug, weiter aktiv gegen Rechts einzutreten, doch die Wahlergebnisse in München sind ermutigend: AfD 4,5% (minus 3,8%), Dritter Weg und NPD 0,0%

Herzlichen Dank für vielfältige Unterstützung:

Saskia Kölliker

Manuela Serafim

Lichterkette e.V.

JIZ München

München ist bunt e.V.

Landeshauptstadt München: Fachstelle für Demokratie, Versammlungsbüro im KVR

Sambagruppe Drumadama

Stelzentheater ZEBRA

www.kvr-muenchen.de

24.09.21 Kampagne in der Sendlinger Straße

 

OMAS sind stark! Mittags demonstrieren sie mit beim Globalen Klimastreik, und um 15 Uhr sind sie bei ihrer eigenen letzten Kundgebung vor der Bundestagswahl zur Stelle. 100 Tage dauert die Kampagne „Tausende stimmen gegen Rechts“; daher werden auch heute, zwei Tage vor der Wahl, noch Stimmen gesammelt. Der Austausch vor allem mit jungen Menschen ist intensiv. Eine junge Frau erzählt, dass sie uns OMAS schon bei vielen Demos gesehen hat und dass sie sich in unserer Nähe besonders wohl fühlt. Die jungen Leute freuen sich, dass wir beim Wählen auf ihrer Seite sind, dass wir zu den Älteren gehören, die das Wohl der Enkel-Generation im Blick haben.

Lisa

17.09.21 Kampagne in der Sendlinger Straße

Weil zwei Tage zuvor im Tagesgespräch des Bayerischen Rundfunks aus Versehen 14 Uhr als Anfangszeit unserer Kundgebung erwähnt worden war, gingen bereits ab 14 Uhr einige Omas mit ihren Schirmen in der Sendlinger Straße spazieren. Und in der Tat: Eine Hörerin kam früh vorbei, und auch viele andere wollten erfahren, was die Omas gegen Rechts bewegt. Als ab 15 Uhr die reguläre Kundgebung begann, wurden noch etliche Flyer zum informellen „Infostand“ 50 Meter weiter transportiert, und uns wurde von Passanten berichtet, dass dort eine sehr gute Stimmung herrsche.

Auch bei uns. Wir sammelten wieder Dutzende spontaner Statements gegen Rechts auf unseren Karten ein und hatten gute Gespräche. Eine Oma der ersten Stunde, die aus gesundheitlichen Gründen kürzertreten muss, staunte über die vielen neuen Gesichter aktiver Omas. Dies ist ein wunderbarer Nebeneffekt unserer Kampagne „Tausende stimmen gegen Rechts“: Neue Omas, die unsere Initiative in jeder Hinsicht bereichern.

(Lisa)

Lange Nacht der Demokratie 2. Oktober 2021

IN DIESER NACHT DREHT SICH ALLES UM UNSERE DEMOKRATIE.
BIST DU DABEI?

Vor dem Riesenrad und im Container Collective                                          15:00 – 24:00 im Werksviertel-Mitte
Ab 15 Uhr Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien
München Hoch5
Um 18 Uhr Auftakt zur „Langen Nacht der Demokratie“
Let,s fall in love again. Liebeserklärungen an die Demokratie
• Maximilian Dorner, Schriftsteller und Dramaturg
• Luise Kinseher, Kabarettistin und Schauspielerin
• Tom Kucera, Rabbiner, Liberale Jüdische Gemeinde München (Videobotschaft)
• Antonia Messerschmitt, Klimaaktivistin, Fridays for Future München
Krisen demokratisch bewältigen – die geteilten Gewalten im Gespräch
• Gülseren Demirel, MdL, Mitglied des
Präsidiums des Bayerischen Landtags
• Christoph Göbel, Landrat des
Landkreises München
• Dr. Joachim Heßler, ab 1. Oktober Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs
Für den musikalischen Rahmen sorgt die Unterbiberger Hofmusik.
Demokratie*Rad
Ab 16 Uhr freie Fahrt im UMADUM – das Münchner Riesenrad,
Ab 20 Uhr Workshops und Gespräche
Umfangreiches Programm, hier geht es zum Flyer
Alle Angebote unter www.lndd.de/muenchen

Veranstaltungs-Empfehlung am 21. September 2021: Online-Veranstaltung mit Hajo Funke und Birgit Mair: „Zwischen Radikalisierung und Normalisierung: Die AfD und ihre digitalen Helfernetzwerke“

Liebe Bildungsinteressierte,
wir laden Sie herzlich zu unserer nächsten Bildungsveranstaltung gegen Rechts ein und freuen uns, wenn Sie diese bewerben. Das beigefügte Bild darf für Werbezwecke in den sozialen Medien verwendet werden.
„Zwischen Radikalisierung und Normalisierung: Die AfD und ihre digitalen Helfernetzwerke“
Termin: Dienstag, 21. September 2021, 19 Uhr
Anmeldung per E-Mail an info@isfbb.de
Referent:innen: Hajo Funke & Birgit Mair
Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung

OMAS GEGEN RECHTS vor dem Einkaufszentrum MIRA am 10.09.2021

Los gings mit einem Transportwägelchen voller Materialien von OMAS GEGEN RECHTS in Richtung Dülferstraße. Das Einkaufszentrum MIRA war diesen Freitag unser Ziel. Zwei Stelzenläufer, die von uns eingeladen waren, haben eine magische Stimmung auf den Nordheideplatz gezaubert. Unsere Botschaft, 10 000 Stimmen gegen Rechts kam auch in diesem Stadtviertel gut an und wir konnten viele Flyer mit Statements gegen Rechts wieder mit zurück in die Stadt nehmen.