Unsere Kampagne zur Bundestagswahl am 26.9.2021

Zum Aufruf

Mit dem heutigen Tag, 100 Tage vor der Wahl, startet unsere Kampagne #tausendestimmengegenrechts.

Wir sind engagierte Frauen, die sich dem Rechtsruck in München entgegen stellen. Mit deiner Stimme in Form eines Fotos und deiner Botschaft zeigst du, dass du auf unserer Seite bist. Was du tun kannst, erfährst du im Video. Wir sind ab heute jeden Freitag in der Münchner Innenstadt vertreten und verteilen Flyer, die du zurückschicken kannst. Heute sind wir ab 14 Uhr auf der Demo von München ist bunt am Marienplatz. Am nächsten Freitag, 25.6.2021 sind wir von 15:00 bis 17:00 an der Münchner Freiheit, dann jeden Freitag in der Sendlinger Straße.

Lange Nacht der Demokratie 2. Oktober 2021

IN DIESER NACHT DREHT SICH ALLES UM UNSERE DEMOKRATIE.
BIST DU DABEI?

Vor dem Riesenrad und im Container Collective                                          15:00 – 24:00 im Werksviertel-Mitte
Ab 15 Uhr Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien
München Hoch5
Um 18 Uhr Auftakt zur „Langen Nacht der Demokratie“
Let,s fall in love again. Liebeserklärungen an die Demokratie
• Maximilian Dorner, Schriftsteller und Dramaturg
• Luise Kinseher, Kabarettistin und Schauspielerin
• Tom Kucera, Rabbiner, Liberale Jüdische Gemeinde München (Videobotschaft)
• Antonia Messerschmitt, Klimaaktivistin, Fridays for Future München
Krisen demokratisch bewältigen – die geteilten Gewalten im Gespräch
• Gülseren Demirel, MdL, Mitglied des
Präsidiums des Bayerischen Landtags
• Christoph Göbel, Landrat des
Landkreises München
• Dr. Joachim Heßler, ab 1. Oktober Präsident des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs
Für den musikalischen Rahmen sorgt die Unterbiberger Hofmusik.
Demokratie*Rad
Ab 16 Uhr freie Fahrt im UMADUM – das Münchner Riesenrad,
Ab 20 Uhr Workshops und Gespräche
Umfangreiches Programm, hier geht es zum Flyer
Alle Angebote unter www.lndd.de/muenchen

Veranstaltungs-Empfehlung am 21. September 2021: Online-Veranstaltung mit Hajo Funke und Birgit Mair: „Zwischen Radikalisierung und Normalisierung: Die AfD und ihre digitalen Helfernetzwerke“

Liebe Bildungsinteressierte,
wir laden Sie herzlich zu unserer nächsten Bildungsveranstaltung gegen Rechts ein und freuen uns, wenn Sie diese bewerben. Das beigefügte Bild darf für Werbezwecke in den sozialen Medien verwendet werden.
„Zwischen Radikalisierung und Normalisierung: Die AfD und ihre digitalen Helfernetzwerke“
Termin: Dienstag, 21. September 2021, 19 Uhr
Anmeldung per E-Mail an info@isfbb.de
Referent:innen: Hajo Funke & Birgit Mair
Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung

OMAS GEGEN RECHTS vor dem Einkaufszentrum MIRA am 10.09.2021

Los gings mit einem Transportwägelchen voller Materialien von OMAS GEGEN RECHTS in Richtung Dülferstraße. Das Einkaufszentrum MIRA war diesen Freitag unser Ziel. Zwei Stelzenläufer, die von uns eingeladen waren, haben eine magische Stimmung auf den Nordheideplatz gezaubert. Unsere Botschaft, 10 000 Stimmen gegen Rechts kam auch in diesem Stadtviertel gut an und wir konnten viele Flyer mit Statements gegen Rechts wieder mit zurück in die Stadt nehmen.

OMAS GEGEN RECHTS am 10.9. vor dem Einkaufszentrum MIRA

Seit Juni sammeln die Münchner Omas gegen Rechts Stimmen für die Demokratie und ein friedliches Miteinander, gegen Ausgrenzung, Hass und Gewalt. Sie demonstrieren jeden Freitagnachmittag und sind am 10.9. von 15 bis 17 Uhr auf dem Nordhaideplatz anzutreffen. Sie werden nicht zu übersehen sein, denn bunte Stelzenläufer unterstützen die Kundgebung.

Die Omas gegen Rechts hoffen auf gute Gespräche, auch mit Andersdenkenden. Die Kampagne richtet sich nicht nur an Stimmberechtigte, sondern auch an Bürgerinnen und Bürger, die kein oder noch kein Wahlrecht haben, denn diese sind genauso von der Politik der nächsten Regierung betroffen. Alle können spontan vor Ort, später per Postkarte oder mit einem Foto ein Statement abgeben, wenn sie über den politischen Rechtsruck besorgt sind.

Noch 2 Wochen bis zur Bundestagswahl! Jede eingehende Botschaft schafft Hoffnung für den Zusammenhalt der Gesellschaft. Hunderte Zuschriften sind bis Ende August bereits eingegangen und hier auf der Homepage  unter „Reaktionen auf die Kampagne“ anzuschauen. Neue Mitstreiterinnen wurden gefunden. Und eine große Wertschätzung ist die Förderung der Kampagne durch die Lichterkette e.V.

Vergiss es! Wir swingen gegen Rechts.

Deutschland sagt charmant #vergisses zu Hetze und Rechtspopulismus. Macht mit bei der Hashtag-Challange! Alle Infos auf

www.vergisses.info

TEILT DAS VIDEO! Denn wir sagen „Vergiss es!“ zu Hetze und Rechtspopulismus. Und macht mit bei der Hashtag-Challenge auf

Deutschland sagt charmant #vergisses

Hier geht es zu Video

Die Omas gegen Rechts sagen Danke, dass sie mitmachen durften!!

Omas gegen Rechts München in Landsberg am 14.8.21

Landsberg am Lech war nicht ein Ort wie jeder andere (so wie es der Titel eines Buches von 1995 glauben machen wollte). Denn in der Umgebung der damaligen Garnisonsstadt wurde während der NS-Zeit mit 11 Standorten das größte Außenlager des KZ Dachau errichtet. Hier mussten vom Sommer 1944 bis zum Kriegsende 1945 ca. 23 000 vorwiegend jüdische Gefangene einen riesigen unterirdischen Bunker errichten, in dem der erste Jagdbomber gebaut werden sollte. Etwa 6500 Inhaftierte, die zuvor in anderen Konzentrationslagern gelitten hatten, starben unter den mörderischen Bedingungen an Hunger, Krankheiten und Erschöpfung. Die Lager waren als „kalte Krematorien“ berüchtigt.

Da Erinnerungsarbeit ein Kern unseres Selbstverständnisses ist, beschlossen wir, das noch in Teilen erhaltene ehemalige Lager VII Landsberg/Kaufering zu besichtigen. Aus aktuellem Anlass war auch eine Protestaktion geplant. Der Hintergrund: In einem gerade im Bau befindlichen Wohn- und Gewerbequartier sollte das wichtigste Gebäude nach dem ehemaligen Direktor der Pflugfabrik Landsberg (während des 2. Weltkriegs auch ein Rüstungsbetrieb), Karl Schrem, der Mitglied der NSDAP war, benannt werden.

Im Landsberger Tagblatt wurde unser Besuch vorab angekündigt und ein Photograph, der für die Zeitung arbeitet, erwartete uns bereits am Landsberger Bahnhof. Nachdem wir am Baugelände ein Schild mit aktuellem Statement hinterlassen hatten, informierte uns Wolfgang Hauck, der Leiter des Vereins „Die KunstBauStelle e.V.“ über die Entwicklung und den aktuellen Stand der Erinnerungsarbeit vor Ort.

Am Nachmittag nahmen wir  im ehemaligen Lager VII an einer Führung durch den Präsidenten der Europäischen Holocaustgedenkstätte Stiftung, Manfred Deiler und seiner Frau Helga Deiler teil. Hier sind noch Überreste von Erdhütten und Tonröhrenbaracken zu sehen. Insgesamt macht dieser verlassene, bedrückende Ort, an dem im Sommer Schafe weiden, den Eindruck, dass die Opfer von offizieller Seite vergessen wurden. Seit Jahren setzen sich das Ehepaar Deiler und Wolfgang Hauck von der KunstBauStelle dafür ein, dass die Staatsregierung dort ein Dokumentationszentrum errichtet.

Über Fragen, wie Erinnerungsarbeit in diesem Umfeld würdevoll gestaltet werden kann und wie wir Omas gegen Rechts Unterstützung leisten können, konnten wir uns auf einer abendlichen Diskussionsveranstaltung austauschen, an der neben dem Ehepaar Deiler, Wolfgang Hauck, der Landtagsabgeordneten der Grünen, Gabriele Triebel, auch Dr. Edith Raim von der Universität Augsburg teilnahmen. Themen wie: Wie vermittelt man NS-Geschichte in einer Einwanderungsgesellschaft? Wie erreicht man Jugendliche emotional in einer Zeit, in der es kaum noch Zeitzeugen gibt? standen im Zentrum.  Hier wurden wir Omas gebeten, die anwesenden Akteure in Landsberg durch unsere Besuche weiterhin zu unterstützen und unsere pädagogische Expertise in Gesprächen mit Jugendlichen einzubringen. Welch wertvollen Beitrag ein Dokumentationszentrum Kaufering VII leisten würde für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Gedenken an die Opfer, die Unterstützung ihrer Hinterbliebenen und gerade auch für jene, die in anderen Ländern eine entsprechende Erinnerungskultur vermissen müssen, das wurde den Anwesenden deutlich.

Übrigens: einen Erfolg konnten wir mit unserem Besuch schon verbuchen: Der Investor des o.g. Gebäudes gab in einer Pressemitteilung bekannt, einen anderen Namen zu suchen.

Für Interessierte:

http://www.landsberger-zeitgeschichte.de

http://www.landsberghistory.de/

http://www.diekunstbaustelle.de/

Buchempfehlung: Solly Ganor: Das andere Leben (Jüdischer Häftling in einem Außenlager Kaufering)

https://www.kreisbote.de/lokales/landsberg/erinnerungskultur-muenchener-omas-gegen-rechts-zu-besuch-in-landsberg

https://www.augsburger-allgemeine.de/landsberg/Landsberg-Schrem-Bau-Omas-gegen-Rechts-sind-in-Landsberg-unterwegs

https://vimeo.com/588825293

 

Münchner Oma gegen Rechts zu Gast bei den Warschauer OMAS „Polskie Babcie“

Die POLNISCHEN OMAS demonstrieren jeden Donnerstag um 16.30 Uhr an einer belebten Warschauer Kreuzung. Das wissen wir deutschen OMAS GEGEN RECHTS, seitdem im Frühjahr ein Austausch per E-Mail begann. Lautstark mit Megaphon, Gesängen und Parolen kämpfen etwa 20 Frauen und Männer, Ältere und Jüngere für den Erhalt ihrer jungen Demokratie, gegen den Abbau des Rechtsstaats, dabei sehr deutlich gegen die Regierung mit „PiS-off“. Auf den Transparenten steht: „Wenn Unrecht Recht wird, ist Widerstand Pflicht“, „Wach auf Polen, noch ist Zeit“, „LGBT – das sind Menschen“, „Freie Medien“, „Stopp dem Hass, der Gewalt und der Aggression“, „Weg mit PiS“, „Das Recht auf Abort ist ein Menschenrecht“.
Lisa aus München schloss sich zusammen mit ihrem Mann am 5. August der Demo an und wurde sehr freundlich aufgenommen. Lisa bekam die bunte Fahne der Polskie Babcie in die Hand gedrückt; ihr Mann Helmut durfte die Europa-Fahne schwenken. Nach einer halben Stunde zog die Gruppe, eskortiert von der Polizei, durch das Zentrum bis zum Fuß des alles überragenden Kulturpalasts. Überall Daumen hoch und Lächeln von Passant*innen, denen die Babcie freigiebig Sticker schenkten. Zum Schluss vor der Metro-Station kamen zwei junge Mädchen auf die Babcie zu, bedankten sich für das Engagement und überreichten einen Blumenstrauß.

An diesem 5. August ging die Gruppe nach ihrer Kundgebung noch nicht nach Hause, sondern beteiligte sich am Gedenken für die 50.000 von den Nazis ermordeten Zivilisten beim Warschauer Aufstand 1944. Im Ortsteil Wola wurden am Denkmal zahlreiche Kränze niedergelegt, darunter auch vom deutschen Botschafter. Nur beim Kranz der LGBT ging ein missbilligendes Zischen durch die Menge, und eine OMA vermutete, dass dieser Kranz sicher bald entsorgt wird.
Schließlich ging es noch zu einem Friedhof, wo Tausende Namen von A bis Z in einer Allee weißer Stelen an die Opfer erinnern. Eine 94-jährige Überlebende des Aufstands hielt eine ergreifende Rede. Lisa und Helmut bekamen eine Kerze und ein Namensblatt in die Hand gedrückt, suchten den Namen von Marian Lapinski, einem Mechaniker, der nur 38 Jahre alt wurde, und zündeten für ihn eine Kerze an.

Die OMAS GEGEN RECHTS – DEUTSCHLAND BÜNDNIS haben fest vor, die Kooperation mit den POLSKIE BABCIE weiter zu intensivieren. Dieses persönliche Kennenlernen war dafür ein guter Grundstein.

(Lisa)

 

 

Viel Zuspruch und heiße Diskussionen in der Sendlinger Straße am 20.8.2021

Viele Passant*innen bleiben stehen bei den Omas gegen Rechts, etliche schreiben ihr Statement für Vielfalt, Demokratie und friedliches Miteinander auf oder lassen sich fotografieren. Zwei Frauen melden neu ihre aktive Mitarbeit in der Gruppe an. Und es wird deutlich, wo so manche*n der Schuh drückt. Die Sozialpolitik, insbesondere die Rentenpolitik der Regierung, ist Thema heißer Debatten.
Wen wählen im September? Welche Partei bietet Lösungen für die vielfältigen Probleme an? Die Omas gegen Rechts wahren ihren Grundsatz der Überparteilichkeit und enthalten sich jeder Wahlempfehlung außer: Wählen gehen! Demokratische Parteien wählen! Für Interessierte halten sie Analysen von Parteiprogrammen bereit.

Zwei Passantinnen geraten in einen hitzigen, lautstarken Streit mit bösartigen Beschimpfungen. Die Omas haben Mühe, die Streithälse auseinander zu halten. Wie wir später erfahren, haben Außenstehende die Konfrontation zwischen der Frau ganz in Weiß und der schwarzgekleideten Kontrahentin als theatralische Inszenierung empfunden. Nein, eine derartige Eskalation ist neu und unerwartet. Künftig werden wir früher die Polizei einschalten.

Förderung der Kampagne „Tausende Stimmen gegen Rechts“ durch die Lichterkette e.V.

Wir danken der Lichterkette e.V. für finanzielle Förderung der Kampagne und den damit verbundenen Vertrauensbeweis. Alle Omas sind und bleiben ehrenamtlich engagiert. Dass aus diesem Herzblut-Engagement die Kampagne „Tausende stimmen gegen Rechts“ entstand, verdanken wir auch drei Fachfrauen für Kampagnen-Management, Grafik und Film. Mit den Fördermitteln können wir ihnen ihr professionelles Engagement honorieren.