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Am Samstag nahmen zwei der Omas gegen Rechts, auf Einladung des Motorradclubs „Kuhle Wampe“, an der Gedenkfahrt für den Todesmarsch, die Vertreibung der KZ Häftlinge nach Süden, teil. Die Motorradfahrt begann in Waakirchen und endete in Dachau. An den Denkmälern von Hubertus von Pilgrim wurden weiße Rosen abgelegt. In Krailing trafen die Motorradfahrer:Innen auf den Gedenkzug durch das Würmtal, in Dachau fand dann die Abschlussveranstaltung mit Reden und Musik statt.
Bericht von Dani S. über die Gedenkfahrt aus Anlass des Todesmarsches vom KZ Dachau nach Waakirchen
Am 2. Mai 2026 lud der MC (Motorradclub) Kuhle Wampe wie jedes Jahr seit 2018 zur Gedenkfahrt anlässlich des Todesmarsches vom KZ Dachau nach Waakirchen ein. Auch 2 der Münchner OgR, Susanne B. und ich, waren dieses Jahr dabei.
Zum geschichtlichen Hintergrund
Am 26. April 1945 trieben SS-Schergen des KZ Dachau ca. 10.000 überlebende Häftlinge Richtung Süden, um der anrückenden amerikanischen Armee keine Zeugen zu hinterlassen. Am 2. Mai 1945 kamen noch ca. 2700 ausgehungerte und zu Tode erschöpfte Menschen auf einem Feld, ca. 1 km vor Waakirchen, an, wo sie vom dortigen Pfarrer, Waakirchner Bürgern und Soldaten eines amerikanischen Bataillons versorgt wurden.
Gedenkfahrt
Um an dieses Verbrechen zu erinnern, fahren alljährlich Bikerinnen und Biker des MC Kuhle Wampe, der Edelweißpiraten und der Omas gegen Rechts entlang der Originalroute des Todesmarsches in umgekehrter Richtung von Waakirchen nach Dachau.
Der Künstler Hubertus v. Pilgrim hat 22 Kunstwerke erschaffen, die eindrucksvoll und bewegend die Menschen auf dem Todesmarsch darstellen. Diese Denkmäler stehen mahnend entlang dieser Route.
An 8 dieser Mahnmale haben wir auf unserer gemeinsamen Fahrt angehalten, eine weiße Rose niedergelegt und in Stille der Opfer des Naziterrors gedacht.
Die Kollegen/innen der Polizei Bad Tölz und der Münchner Polizei haben unseren Motorradkorso freundlich und professionell begleitet. 2 von ihnen, ebenfalls auf Motorrädern, haben jede Kreuzung abgesperrt, sodass wir ungehindert durchfahren konnten, auch wenn die Ampel rot war.
Ich habe insgesamt 16 Bikes gezählt und 18 Teilnehmende. In 2 Gespannen (Motorrad mit Beiwagen) waren eine ganze Familie mit insgesamt 5 Familienmitgliedern plus Hund untergebracht.
Was mir gleich am Anfang aufgefallen ist, war, dass jedes Mitglied des MC Kuhle Wampe ganz stolz einen Button “Oma schickt mich” an ihrer Vereinsweste (Kutte) trug.
Obwohl ich dieses Jahr das erste Mal bei dieser Fahrt dabei war (Susanne ist vergangenes Jahr schonmal mitgefahren), wurde ich von allen teilnehmenden Bikern/innen sofort herzlich begrüßt und in ihrer Mitte aufgenommen.
Abends um 17³⁰ Uhr sind wir am letzten Mahnmal in Dachau an der Theodor-Heuss-Str. angekommen. Dort fand dann um 18⁰⁰ Uhr die abschließende Gedenkfeier statt.
Der Bürgermeister von Dachau, der Botschafter von Polen, eine Studentin und ein Shoah-Überlebender hielten eindringliche Reden.
Ich durfte an diesem Tag so vieles lernen, hatte wunderbare, herzerwärmende Begegnungen und viele Male hatte ich an diesem Tag einen dicken Kloß im Hals.
Den ganzen darauffolgenden Tag ging mir dieser berühmte Satz von Max Mannheimer durch den Kopf: “Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon.”
Nächstes Jahr bin ich sicher wieder dabei.
Dani S.
