Von der Idee zur Tat – 1000 Stimmen gegen Rechts

An einem sonnigen Freitagnachmittag verab-schieden sich die Omas gegen Rechts München von der Sendlinger Straße. Fünfzehn erlebnisreiche Wochen lang haben sie sich gegen rechte Politik gestellt und dabei für Toleranz und Respekt in der Gesellschaft und für das Bewahren der Demokratie geworben.

Die Idee eines eigenen Beitrags zur Bundestagswahl entsteht im Februar 2021: In einer Kampagne soll die schweigende Mehrheit zu Äußerungen gegen Rechts bewegt werden. Die eigene Begeisterung wird in einem Kampagnen-Workshop gestärkt. Doch Social Media-Experten erklären den Omas, dass es für eine Kampagne zu spät sei, dass sie weder ein klares Konzept noch eine Reichweite hätten. Schock, Ernüchterung, Zweifel. Trotzdem wollen die Omas versuchen, ihre Aktion „100 Tage bis zur Wahl“ durchzuführen: Ein kleines Team, unterstützt von Professionellen für Grafik und ein Pitch-Video, ruft zu wöchentlicher Präsenz in der Innenstadt auf.

Die intensive Arbeit bis zum Auftakt zahlt sich aus: Süddeutsche Zeitung, Haidhauser Nachrichten, Radio Lora, der Bayerische Rundfunk und MünchenTV berichten über die Aktion „Tausende stimmen gegen Rechts“. Lichterkette e.V. gewährt einen finanziellen Zuschuss.

Bei Kundgebungen an der Münchner Freiheit, in der Sendlinger Straße und auf dem Nordhaideplatz erfahren die Omas, neben wenigen unangenehmen Begegnungen, großen Zuspruch. Mehr als 400 Karten werden von Passant*innen beschriftet und bemalt; rund 100 Personen lassen sich fotografieren oder schicken bebilderte Botschaften ein. Nicht zuletzt werden neue aktive Omas gewonnen.

Tausende zählbare Stimmen sind es am Ende der Aktion zwar nicht, doch Hunderte haben ihr Vertrauen in die Demokratie, ihren Wunsch nach einer gerechteren Gesellschaft und ihre Hoffnung auf eine friedliche Welt mit den Omas geteilt. Zahllose freundliche Gesten bleiben in Erinnerung. Es gibt Grund genug, weiter aktiv gegen Rechts einzutreten, doch die Wahlergebnisse in München sind ermutigend: AfD 4,5% (minus 3,8%), Dritter Weg und NPD 0,0%

Herzlichen Dank für vielfältige Unterstützung:

Saskia Kölliker

Manuela Serafim

Lichterkette e.V.

JIZ München

München ist bunt e.V.

Landeshauptstadt München: Fachstelle für Demokratie, Versammlungsbüro im KVR

Sambagruppe Drumadama

Stelzentheater ZEBRA

www.kvr-muenchen.de

 

– n i c h t s c h w e i g e n – Die Kampagne Ein Film von Manuela Serafim

Die einstündige Dokumentation begleitet 12 „Omas“ in München bei ihrem Kampf gegen den Rechtsruck in Deutschland. Ihr Motto: „Alt sein heißt nicht stumm sein!“ Allen Unkenrufen zum Trotz, setzen die Frauen einen Sommer lang, vor der Bundestagswahl 2021, ihre gesamte Energie auf eine Karte und starten eine herausfordernde Kampagne. Der Film zeigt die Kraft des Aktionsbündnisses „Omas gegen Rechts München“, wie sie Demokratie bewusst leben, bewahren und aktiv handeln. Eine Inspiration für alle, die „etwas bewegen“ wollen.

DANKE Manuela für dein unermüdliches Arbeiten an diesem wunderbaren Film.

Filmpremiere mit ca.120 Besucher*innen war am 18.7.23 in der Volkshochschule München im Einstein. Andrea Farago von der MVHS war genauso begeistert wie das Publikum und die Omas gegen Rechts München. Zum Auftakt präsentierte Manuela Serafim, nicht nur Videofilmerin sondern auch noch Komponistin und Sängerin, ihr eigenes Lied zum Film – nicht schweigen – mit Stimm-Begleitung einiger Omas gegen Rechts und dem Vollblutmusiker Tcho Man https://www.facebook.com/tchoktcho.kamano/

Zitat Manuela Serafim: Lernt die Omas kennen, was sie antreibt und wie bemerkenswert sie sind. 55 Min. pure Inspiration für alle die glauben, man kann ja doch nichts tun. „Alt sein heißt nicht stumm sein“ so das Motto der OMAS GEGEN RECHTS MÜNCHEN. Wir sind alle viel zu leise, die Demokratiefeinde sind sehr laut. Termine für weitere Vorführungen nach dem Sommer im Rahmen von Gesprächen mit den Omas gegen Rechts München, findet ihr dann auf meiner Website www.mein-videoportrait.de und auf den Seiten www.omasgegenrechtsmuenchen.de

Seit Juni 21 sammeln die Münchner Omas gegen Rechts Stimmen für die Demokratie und ein friedliches Miteinander, gegen Ausgrenzung, Hass und Gewalt. Sie demonstrieren jeden Freitagnachmittag und sind am 10.9. von 15 bis 17 Uhr auf dem Nordheideplatz anzutreffen. Sie werden nicht zu übersehen sein, denn bunte Stelzenläufer unterstützen die Kundgebung.

Die Omas gegen Rechts hoffen auf gute Gespräche, auch mit Andersdenkenden. Die Kampagne richtet sich nicht nur an Stimmberechtigte, sondern auch an Bürgerinnen und Bürger, die kein oder noch kein Wahlrecht haben, denn diese sind genauso von der Politik der nächsten Regierung betroffen. Alle können spontan vor Ort, später per Postkarte oder mit einem Foto ein Statement abgeben, wenn sie über den politischen Rechtsruck besorgt sind.

Noch 2 Wochen bis zur Bundestagswahl! Jede eingehende Botschaft schafft Hoffnung für den Zusammenhalt der Gesellschaft. Hunderte Zuschriften sind bis Ende August bereits eingegangen und hier auf der Homepage  unter „Reaktionen auf die Kampagne“ anzuschauen. Neue Mitstreiterinnen wurden gefunden. Und eine große Wertschätzung ist die Förderung der Kampagne durch die Lichterkette e.V.

 

Einkaufszentrum MIRA war diesen Freitag unser Ziel

Los gings mit einem Transportwägelchen voller Materialien von OMAS GEGEN RECHTS in Richtung Dülferstraße. Das Einkaufszentrum MIRA war diesen Freitag unser Ziel. Zwei Stelzenläufer, die von uns eingeladen waren, haben eine magische Stimmung auf den Nordheideplatz gezaubert. Unsere Botschaft, 10 000 Stimmen gegen Rechts kam auch in diesem Stadtviertel gut an und wir konnten viele Flyer mit Statements gegen Rechts wieder mit zurück in die Stadt nehmen.

Viel Zuspruch und heiße Diskussionen in der Sendlinger Straße am 20.8.2021

Viele Passant*innen bleiben stehen bei den Omas gegen Rechts, etliche schreiben ihr Statement für Vielfalt, Demokratie und friedliches Miteinander auf oder lassen sich fotografieren. Zwei Frauen melden neu ihre aktive Mitarbeit in der Gruppe an. Und es wird deutlich, wo so manche*n der Schuh drückt. Die Sozialpolitik, insbesondere die Rentenpolitik der Regierung, ist Thema heißer Debatten. Wen wählen im September? Welche Partei bietet Lösungen für die vielfältigen Probleme an? Die Omas gegen Rechts wahren ihren Grundsatz der Überparteilichkeit und enthalten sich jeder Wahlempfehlung außer: Wählen gehen! Demokratische Parteien wählen! Für Interessierte halten sie Analysen von Parteiprogrammen bereit. Zwei Passantinnen geraten in einen hitzigen, lautstarken Streit mit bösartigen Beschimpfungen. Die Omas haben Mühe, die Streithälse auseinander zu halten. Wie wir später erfahren, haben Außenstehende die Konfrontation zwischen der Frau ganz in Weiß und der schwarzgekleideten Kontrahentin als theatralische Inszenierung empfunden. Nein, eine derartige Eskalation ist neu und unerwartet. Künftig werden wir früher die Polizei einschalten.

Wir danken der Lichterkette e.V. für finanzielle Förderung der Kampagne und den damit verbundenen Vertrauensbeweis. Alle Omas sind und bleiben ehrenamtlich engagiert. Dass aus diesem Herzblut-Engagement die Kampagne „Tausende stimmen gegen Rechts“ entstand, verdanken wir auch drei Fachfrauen für Kampagnen-Management, Grafik und Film. Mit den Fördermitteln können wir ihnen ihr professionelles Engagement honorieren.