6. August 2021 Kampagne in der Sendlinger Straße 19

Nach dem Monsunregen in den letzten Tagen hatte der Himmel ein Einsehen und klarte rechtzeitig zu unserer Aktion am Freitagnachmittag auf. Und so konnte der große Schirm, den ich mitgebracht hatte, tatsächlich als Sonnenschirm dienen. Dieses Mal musste niemand das „Omas-Versammlungszubehör“ von weither anschleppen. Es war im Jugendinformationszentrum deponiert und wir hatten nur ein paar Schritte zu unserem „Versammlungsort“.

An diesem Freitag war ich Versammlungsleiterin und traf auf zwei sehr wohlwollende Polizisten, die schnell davon überzeugt waren, dass wir mit einer gewissen Routine unsere Aktion auflagengerecht durchführen würden. Wie die letzten Male auch erregten wir  zwei Stunden lang mitten in München Aufmerksamkeit und  in den meisten Fällen positive Resonanz. Ich selber hatte ein sehr berührendes Erlebnis:

Ein Passant ließ sich von mir genau erläutern, wofür wir Omas stehen, um mir dann zu versichern, wie wichtig unsere Arbeit auch für ihn persönlich sei. Ein Großteil seiner Familie sei nach Treblinka deportiert und dort ermordet worden. Und seine Kinder müssten es heutzutage wieder hinnehmen, als Juden beschimpft und bespuckt zu werden. Dann spendete er € 50,- , die mit uns einem guten Zweck dienen würden. An dieser Stelle danke ich dem großzügigen Spender und versichere ihm, dass der Kampf gegen Menschenfeindlichkeit uns weiterhin Programm und Auftrag ist.

Ursula

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